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Wein, Getränke & Kulinarik Wissen

Video: Was ist Orange Wein und welche Aromen finden wir darin?


5 Minuten Glasweise Weinwissen


Transkript | Was ist Orange Wein und welche Aromen finden wir darin?


[00:00:09] Was ist Orange Wein? Ich kann Sie beruhigen. Auch hier haben wir einen Wein, der ausschließlich aus Trauben besteht. Also hat dieser Wein wirklich rein gar nichts mit Orangen zu tun. Aber dieses Wort kann bei manchen Weinen dieser Weinart die Farbe beschreiben, also die Farbe, die Sie jetzt im Glas haben.


[00:00:30] Orange Wein ist eigentlich die originale Art, wie Wein in der Produktion gehandhabt wurde. Wir verkosten hier also eigentlich keine moderne Weinart, sondern die Art, wie Wein, vor allem insbesondere Weißwein, schon von den Mesopotamiern und rund um den Globus in der Antike gehandhabt wurde. Das heißt wirklich traditioneller geschichtlicher Weinbau.




[00:00:55] Orange Weine unterscheiden sich von den anderen Weinarten sehr, [00:01:00] aber hauptsächlich in diesen drei Punkten. Das heißt zum einen in der Farbe, in seinen intensiveren Aromen, aber auch darin, dass dieser Wein Bitterstoffe, also Tannine hat, die eine, die diese leicht pelzige austrocknende Wirkung auf unserer Zunge hat.


[00:01:17] Manche Weine haben das mehr, manche haben das weniger, aber das schauen wir jetzt noch im Detail an, jetzt, weil Sie werden das auch dann direkt in den Weinen schmecken können. Wenn wir uns das Glas oder wenn Sie sich jetzt das Glas vor sich ansehen, merken wir, dass diese Weine eine andere oder sagen wir einfach intensivere Farbe haben, als wir von den anderen Weinen, vor allem Weißweinen, gewohnt sind.


[00:01:45] Da wir die Farbe ausschließlich aus den Trauben herausbekommen, zeigt uns dies schon einen Produktionschritt, den wir bereits aus den anderen Workshops kennen. Zum einen verwenden wir bei Orange Weinen ausschließlich Weißweintrauben, [00:02:00] aber wir lassen die Trauben mit ihren festen Bestandteilen im Unterschied zum Weißwein längere Zeit zusammen mit dem Traubensaft (Maischestandzeit).


[00:02:11] Zur Wiederholung oder Erinnerung für Sie: Hier spielen wir auf das Beisammensein von den festen und flüssigen Bestandteilen an, das wir beim Teebeutelprinzip bisher immer wieder angeschaut haben. Die Farbe erklärt sich also durch einen sehr langen Kontakt mit den festen und flüssigen Bestandteilen, und das nennen wir im Fachjargon Maischestandzeit als eine längere Standzeit auf der Maische von diesen festen und flüssigen Bestandteilen.


[00:02:41] Orange Wein ist also eigentlich ein Weißwein, der einfach nur eine viel längere Maischestandzeit hat. Normalerweise lassen wir beim Weißwein die festen Bestandteile gar nicht oder nur sehr minimal und kurz beieinander. Durch den langen [00:03:00] Kontakt bei der Maische, den wir so eigentlich nur bei der Rotweinproduktion anwenden, lösen wir aber auch eine andere Art von Aroma heraus.


[00:03:10] Am markantesten und auch am überraschendsten für Genießer, die zum ersten Mal jetzt diese Weinart probieren, sind deshalb die Tannine, die ein Orange Wein aufweisen kann, aber nicht muss.


[00:03:25] Wir erinnern uns an das Beispiel, mit dem ich Ihnen das Maximum an Tanninwirkung beschreiben wollte. Tannine können extrem austrocknend wirken, also adstringierend nennt man das, und zwar so wie 100 % Baumwoll-Frottee-Handtuch. Das heißt, ich weiß nicht, ob Sie das letzte Mal probiert haben, aber das wäre sozusagen das Maximum an austrocknender Wirkung, die ein Tannin haben kann. Wir finden das im Extremum eher selten in Weinen, aber Tannine können auch sehr anschmiegsam und weich wirken.


[00:03:59] Dies kommt jetzt [00:04:00] größtenteils auf die Intensität an, auf die Art der Tannine, ob sie reif oder unreif sind, im Gesamten auf die Reife des Weines, also auch, aber natürlich auch auf den Kontakt mit Luft.


[00:04:11] Tannine zählen also, ich würde zumindest sagen, eher zum Gefühl. Sie haben eher eine haptische Wirkung und haben eigentlich weniger ein explizites Aroma. Was wir aber natürlich aus dem langen Kontakt mit diesen festen Bestandteilen herauslösen, sind diese intensiveren Aromen.


Die Eigenaromen, die wir also mit einer normalen Weißweinproduktion eh schon, wie zum Beispiel aus Rieslingtrauben, herauslösen würden, sind da aber viel intensiver. Sie wirken anders, da wir durch diesen langen Kontakt diese Aromen anders und kompakter herauslösen. Die Aromen sind dann also weniger frisch und leicht, sondern um einiges robuster und auch [00:05:00] intensiver.







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